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Zertifizierung

Das Schmerzinstitut erhält viele Anfragen aus ganz Deutschland nach von Dr. Bauermeister ausgebildeten Therapeuten. Durch eine Zertifizierung weisen Kursteilnehmer nach, dass sie auf dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung und klinischen Anwendung sind. Die Namen und Anschriften zertifizierter Therapeuten werden an Hilfesuchende weitergegeben. Die Zertifizierung mit theoretischer und praktischer Prüfung” kann nach Teilnahme an dem Seminar Muskulofasziale Schmerzen und Dysfunktionen an der Akademie WWT der Universität Ulm e.V. und 4 Tagen Praxishospitation im Schmerzinstitut abgelegt werden.

Seminartermine 2017

Cover Endlich SchmerzfreiSeminar Anmeldeformular 2017 Akademie WWT Uni Ulm e.V.
Sie können das Anmeldeformular herunterladen, online ausfüllen, digital signieren und als Mail versenden. Alternativ können Sie das Formular audrucken und per Fax oder Post versenden.

Theoretische Grundlage für die Seminare ist das Buch von Dr. Wolfgang Bauermeister “Endlich Schmerzfrei – mit Trigger-Osteopraktik. Erhältlich in jeder Buchhandlung für € 19,99. ISBN: 978-3-517-08958-4
Bestellung auch über diesen Link: Endlich Schmerzfrei – mit Trigger-Osteopraktik
Als e-Book auch erhältlich über diesen Link: Kindle Edition

MFS – Muskulofaszialer Schmerz und Dysfunktion


30.09. –  01.10.2017

Kursort Ulm Akademie WWT an der Universität Ulm e.V.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt per email an Prof.h.c. Dr. Bauermeister.

kontakt@schmerzinstitut.de

Dr. Bauermeister macht seine Fortbildungen in seinem Schmerzinstitut in München in Form von Praxishospitationen von jeweils 2 Tagen.

Die Praxishospitationen ist für Teilnehmer welche die Ultraschall-Elastograhie, die Myofasziale Stoßwellentherapie, die Vermessung der Wirbelsäulen- und Gelenkbeweglichkeit mit speziellen Goniometern und die 3-D Statikanalyse erlernen wollen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt per email an Prof.h.c. Dr. Bauermeister.

Kursinformationen MFS

MFS - Muskulofasziale Schmerzen und Dysfunktion

Die wissenschaftliche Grundlage der Enstehung von Schmerzen und Funktionsstörungen der Faszien und der Muskeln. Die Pathophysiologie akuter und chronischer Schmerzen. Die Differenzialdiagnose muskulofaszialer Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und der inner Organe. Präsentation neuester Forschungsergebnisse und laufender wissenschaftlicher Studien.

Das myofasziale System wurde bisher aus der Sicht der Muskel-Triggerpunkte und der Schmerzphysiologie wissenschaftlich untersucht.
Die Bedeutung der Faszien für die Funktion des muskuloskelettalen Systems und als Ort der Schmerzentstehung wurden hingegen wenig gewürdigt.

Durch die Ultraschall-Elastographie als herausragendes bildgebendes Verfahren ist es jetzt auch in der täglichen Praxis möglich objektive Befunde des gesamten Faszien- und Muskelsystems zu erheben.  Die Befunde korrelieren eng mit den Gewebeelastizitätsmessungen der Faszien und Muskeln per Indentometrie und Beweglichkeitsmessung der Wirbelsäule und Gelenke.

Im Seminar wird vorgestellt, wie man mit Gewebemesstechniken wie der Ultraschall-Elastographie oder Indentometrie schnell und objektiv die Wirksamkeit von verschiedenen Behandlungsmethoden überprüfen kann. Als wichtigste Indikationen wird auf die Diagnostik, Befunderhebung und Therapie von Kopfschmerzen, Nacken- Schulter-Beschwerden und Rückenschmerzen an Probanden eingegangen. Funktionelle Tests mittels Beweglichkeitsmessung mit mit speziellen Goniometern, Indentometrie und Algometrie kommen zur Anwendung. So können Problemzonen in den Muskeln und Faszien aufdeckt werden, die Übertragungsphänomene, Schmerzhemmung und Koordinationsstörung verursachen. Als Methode der Wahkl zur Behandlung des myofaszialen Syndroms wird die Triggerpunkt – Stoßwellentherapie demonstriert.

Ausführliche Kursinformationen MFS

Das myofasziale Schmerz Syndrom – MSS – verursacht Funktionsstörungen und Schmerzen in Muskeln und Faszien, wobei unter Faszien alle bindegewebigen Strukturen verstanden werden, zu denen auch Sehnen, Sehnenansätze und Sehnenplatten gezählt werden.

Auf ein MSS kann das vegetative Nervensystem zusätzlich mit Schwindel, Herzrasen und Blutdruckschwankungen reagieren. Und in Verbindung mit den inneren Organen kann es zu Magen- Darm- Beschwerden, oder Unterleibsprobleme kommen, die sich bei Frauen häufig als Dysmenorrhoe, interstitielle Blasenentzündung und bei Männern als abakterielle Prostatitis äußern. Der Hauptverursacher des myofaszialen Schmerzsyndroms sind Triggerpunkte der Muskeln und Faszien.

Die Forschung der letzen Jahrzehnte hierzu beschäftigte sich überwiegend mit der Schmerzentstehung durch die periphere Sensibilisierung im Muskelgewebe und die zentrale Sensibilisierung im Zentralnervensystem. Die Bedeutung der Faszien für die Funktion des muskuloskelettalen Systems sowie ihre Rolle als Ort der Schmerzentstehung wurden erst in den letzten Jahren wieder zum Thema wissenschaftlicher Diskussion. Aktuell betonen
die verschiedenen Richtungen der manuellen Therapie die Bedeutung der Faszien, haben aber unterschiedliche Erklärungsmodelle für die Entstehung von Schmerz und Funktionsstörungen.

Da bisher die Befunderhebung einen geschulten Tastsinn erforderte, der von den individuellen Fähigkeiten und der Erfahrung der Untersucher abhing,
war es schwierig die Erkenntnisse der Grundlagenforschung mit den klinischen Befunden zu korrelieren. Um eine tatsächlich brauchbare substantiierte Analyse durchzuführen, ist es von großem Vorteil, die klinischen Befunde mittels objektiver Parameter zu dokumentieren. Dabei haben sich die Ultraschall-Elastographie als bildgebendes Verfahren und die bisher nur in der Forschung eingesetzte Indentometrie herauskristallisiert als nicht-invasive, praxisnahe Methoden zur Charakterisierung des Gewebes.

Mit der bereits praxistauglichen Strain-Ultraschall-Elastographie lassen sich die Folgen von Verletzungen und Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems als punktuelle oder regionale Verhärtungen erkennen, welche das myofasziale Systems beeinträchtigen und zu Funktionsstörungen und Schmerzen führen können.

Andere Methoden der Befunderhebung wie die Beweglichkeitsmessung der Wirbelsäule und Körpergelenke – ROM –, die Algometrie und Indentometrie können dank der Ultraschall-Elastographie besser und neu interpretiert werden.

Unabhängig von der Art der Therapie erlauben diese Methoden eine Beurteilung des Gewebezustandes und damit des Therapieeffektes.
So kann die Wirkung verschiedener Vorgehensweisen auf das Binde- und Muskelgewebe objektiv beurteilt werden.
Die Laborforschungen der letzten Jahre und auch klinischen Untersuchungen deuten vermehrt auf eine reaktive Fibrose (Verhärtung des Bindegewebes) hin, die sich in einer veränderten Gewebeelastizität manifestieren kann und damit die Funktion des gesamten muskuloskelettalen Systems sowie dessen Neurophysiologie beeinflusst. Untrennbar damit verbunden sind die pathologischen Veränderungen der Muskelfasern, wie myofasziale Triggerpunkte für massive Funktionsstörungen und Schmerzen verantwortlich sind. Erklärungsmodelle zur Entstehung von myofaszialen Schmerzsyndromen sollen vorgestellt werden und anhand molekularer Abläufe im Gewebe belegt werden.

Den Teilnehmern soll vermittelt werden, dass es sinnvoll ist einen interdisziplinären Ansatz zu wählen und neue Aspekte und Techniken aus der Faszien- und Schmerzforschung sowie der Muskelphysiologie einzubeziehen. Es soll verdeutlicht werden, dass es heute schon möglich ist mit den neuartigen Untersuchungstechniken das Ausmaß und die Ursache einer ganzen Reihe von strukturbedingten Funktionsstörungen und Schmerzen im Gewebe zu erkennen und im Therapieverlauf zu verfolgen.

Im Rahmen der Fortbildung werden neben den neuen und zum Teil bekannten Methoden der Befunderhebung und verschiedene Möglichkeiten der Therapie präsentiert und Gelegenheit zur praktischen Anwendung gegeben. An Probanden werden die Behandlungseffekte anhand von Vorher- Nachher Messungen objektiviert. Als Alternative oder Ergänzung zur manuellen Therapie werden die Möglichkeiten der Triggerpunkt-Stoßwellen-Therapie (TST). Als wichtigste Indikationen werden die Diagnostik, Befunderhebung und Therapie von Kopfschmerzen, Nacken-Schulter-Beschwerden und Rückenschmerzen präsentiert.

Ziel des Seminars ist es zu erkennen, wie die unterschiedlichen Therapierichtungen mit ihren scheinbar divergierenden Erklärungen und Behandlungskonzepten tatsächlich an einem gemeinsamen pathophysiologischen Korrelat ansetzen. Es soll weiterhin vermittelt werden, dass es mithilfe der Ultraschall-Elastographie möglich ist, subjektive manuelle Befunde zuverlässig und reproduzierbar zu objektivieren.